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Neubau Atelier Grieder, Langenbruck

Das Fotoatelier mit Wohn- und Schlafgelegenheit befindet sich am Dorfeingang mitten in einem Park unter majestätischen, alten Bäumen.

Das Fotoatelier mit Wohn- und Schlafgelegenheit befindet sich am Dorfeingang mitten in einem Park unter majestätischen, alten Bäumen. Es gehört zum Ensemble einer Villa, die Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut wurde.

Aus den Anforderungen des Bauherrns als Fotograf und Bewohner des Hauses ergab sich das extensiv begrünte Pultdach des Hauses: Er forderte für seine Arbeit eine neutrale Wand mit einer Höhe von mind. 3.30 m, während jedoch im Wohnbereich eine Raumhöhe von grosszügigen 2.70 m genügt. Von aussen sollte die neue Dachfläche in den Ausblick vom Vorplatz der höhergelegenen Villa integriert werden.

Wie der Schnitt ist auch der Grundriss des Studios stark auf die Arbeit des Fotografen ausgerichtet. Man betritt das Gebäude von der Nordseite durch einen im Volumen integrierten Vordachbereich und gelangt in den Eingang. Durch eine Schrankfront abgetrennt liegt dahinter der Schlaf- und Meditationsraum. Wenige Tritte führen seitlich direkt hinunter in den hohen Atelierraum mit Ausblick in den Baumbestand. Durch eine Zwischenschicht mit minimalem Bad, Stauraum und Küchenschränken gelangt man in das Wohn- und Esszimmer, das ganz auf den Garten ausgerichtet ist. Der konische Durchgang durch die Zwischenschicht erlauben es, die Kamera in Bezug zur Aufnahmewand möglichst weit weg zu positionieren um so einen weiten Winkel zu erhalten.

Neben den raumgrossen Öffnungen gegen Süden und den Garten und den gezielt gesetzten Ausblicken auf den Baumbestand wird der Atelierraum zusätzlich von oben mit Dachfenstern belichtet. Die auf dem nur gering geneigten Dach aufgesetzten Kästen mit den Dachfenstern ermöglichen dem Fotografen Aufnahmen mit Sonnenlicht.

Der hangseitige Teil des Hauses liegt auf einem betonierten, L-förmigen Winkel. Das grössere, schwebende Volumen wurde rundum in Holzrahmenbauweise ausgeführt, was vor allem vom Boden her bessere k-Werte bedeutet. Um der Holzkonstruktion mehr Wärmespeichermasse zu geben, sind in der Holzständerwand zwischen den beiden röhrenförmigen Körpern Lehmsteine eingelegt. Das Haus wird von einem kleinen Ofen im Hauptraum mit einer Pelletsfeuerung beheizt und hat eine minimal gehaltene Wärmeverteilung, die in Wänden und Böden um die grossen Öffnungen eingelassen wurde.

Der Innenausbau ist auf Wunsch des Fotografen mit verputzten Gipsfaserplattenwänden und Decken aus weiss gestrichenen Dreischichtplatten möglichst neutral gehalten. Die Naturholzfassade besteht aus vertikaler, sägeroher Douglasschalung. Mit der Zeit und dem Wetter wird die rötliche Holzfassade silbrig vergrauen und das noch auffällige Gebäude unter die Bäume zurücktreten.